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WvO: Dieter Scholz - Spezial 


 

 

Abi 92 - Das Buch 2
 
Vorwort von Herrn Dieter Scholz
 
Abi-Buch 1992, S. 7

 
Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

Ihr erhaltet dieses Buch zusammen mit Euren Zeugnissen, also in der Regel nach dem erfolgreichen Abschluss der Prüfungen. Deshalb zuerst: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Reiner Becker, Schulsprecher unserer Schule bis 1991, hat mich zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Teilen als Mitarbeiter einer örtlichen Zeitung danach befragt, ob Abiturientinnen und Abiturienten heute wirklich reif seien, wenn sie das Zeugnis der Reife erhalten.

Eine schwierige Frage! Was heißt "reif sein" heute? Meint "reif sein",

  • viel Wissen erworben zu haben oder die Fähigkeit, sich neuen Problemen zuwenden zu können,
  • sich nahtlos in andere Institutionen einfügen zu können oder sich kritisch, konstruktiv und engagiert neuen Aufgaben stellen zu können,
  • seine eigenen Positionen im Konkurrenzkampf behauten zu können oder gemeinsam mit anderen erfolgreich arbeiten zu können,
  • gesellschaftliche Zusammenhänge und Institutionen beobachten und durchschauen zu können oder sich einbringen zu wollen in die Arbeit von Vereinen, Verbänden und Parteien, usw. 
    (Alle diese "Oder" übrigens im Sinne von "vel".)

Ich meine, dass Abiturientinnen und Abiturienten heute im Durchschnitt selbstsicherer, selbstbewusster, gewandter, kritischer und politisch interessierter sind als zu meiner Schulzeit. Aber vielleicht sind sie auch unsicherer bezüglich ihrer Zukunft, ruheloser und sprunghafter bei den vielfältigen Angeboten unseres heutigen Lebens, anspruchsvoller als Kinder einer Wohlstandsgesellschaft und anfälliger für sogenannte "einfache Lösungen" aktueller Probleme.

In diesem Schuljahr, in dem Ihr Euer Abitur "gebaut" habt, sind die Sextaner eingeschult worden, die im Jahr 2000 Abitur machen können. Wir stehen also vor der Jahrtausendwende.

Ich wünsche Euch, dass Ihr dazu beitragen könnt und wollt, dass unserer Welt friedlicher und sicherer wird und dass die Umwelt sich von den schweren Schäden erholt, die ihr meine Generation und die meiner Väter zugefügt haben, damit Ihr glücklich, zufrieden und erfüllt leben könnt. Auf dem Wege dahin wünschen Euch alle von Eurer alten Schule das Allerbeste.

Zum Schluss noch herzlichen Glückwunsch zu diesem Abi-Buch. Es hat sicher einige viel Mühe und Arbeit gekostet. Ich hoffe, dass es alle als gelungen betrachten können: Ihr Abiturientinnen und Abiturienten als Rückblick in die Endphase Eurer Schulzeit, zur Erinnerung an Mitschüler und Lehrer und Eure Lehrerinnen und Lehrer zur Erinnerung an Euch, den unverwechselbaren Abi-Jahrgang 1992.

Und nun viel Spaß bei den kommenden Feiern, die ja als am besten vorbereiteter Teil der Prüfungskampagne kaum misslingen dürften.

Dillenburg, im März 1992

- Dieter Scholz, Schuldirektor - 

 

 

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