| Liebe Abiturientinnen
und Abiturienten,
Ihr erhaltet dieses Buch zusammen mit Euren
Zeugnissen, also in der Regel nach dem erfolgreichen Abschluss der Prüfungen.
Deshalb zuerst: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Reiner Becker, Schulsprecher unserer Schule bis
1991, hat mich zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Teilen als Mitarbeiter
einer örtlichen Zeitung danach befragt, ob Abiturientinnen und Abiturienten
heute wirklich reif seien, wenn sie das Zeugnis der Reife erhalten.
Eine schwierige Frage! Was heißt "reif
sein" heute? Meint "reif sein",
- viel Wissen erworben zu haben oder die
Fähigkeit, sich neuen Problemen zuwenden zu können,
- sich nahtlos in andere Institutionen
einfügen zu können oder sich kritisch, konstruktiv und engagiert neuen
Aufgaben stellen zu können,
- seine eigenen Positionen im Konkurrenzkampf
behauten zu können oder gemeinsam mit anderen erfolgreich arbeiten zu
können,
- gesellschaftliche Zusammenhänge und
Institutionen beobachten und durchschauen zu können oder sich einbringen
zu wollen in die Arbeit von Vereinen, Verbänden und Parteien, usw.
(Alle diese "Oder" übrigens im Sinne von "vel".)
Ich meine, dass Abiturientinnen und
Abiturienten heute im Durchschnitt selbstsicherer, selbstbewusster, gewandter,
kritischer und politisch interessierter sind als zu meiner Schulzeit. Aber
vielleicht sind sie auch unsicherer bezüglich ihrer Zukunft, ruheloser und
sprunghafter bei den vielfältigen Angeboten unseres heutigen Lebens,
anspruchsvoller als Kinder einer Wohlstandsgesellschaft und anfälliger für
sogenannte "einfache Lösungen" aktueller Probleme.
In diesem Schuljahr, in dem Ihr Euer Abitur
"gebaut" habt, sind die Sextaner eingeschult worden, die im Jahr
2000 Abitur machen können. Wir stehen also vor der Jahrtausendwende.
Ich wünsche Euch, dass Ihr dazu beitragen
könnt und wollt, dass unserer Welt friedlicher und sicherer wird und dass die
Umwelt sich von den schweren Schäden erholt, die ihr meine Generation und die
meiner Väter zugefügt haben, damit Ihr glücklich, zufrieden und erfüllt
leben könnt. Auf dem Wege dahin wünschen Euch alle von Eurer alten Schule
das Allerbeste.
Zum Schluss noch herzlichen Glückwunsch zu
diesem Abi-Buch. Es hat sicher einige viel Mühe und Arbeit gekostet. Ich
hoffe, dass es alle als gelungen betrachten können: Ihr Abiturientinnen und
Abiturienten als Rückblick in die Endphase Eurer Schulzeit, zur Erinnerung an
Mitschüler und Lehrer und Eure Lehrerinnen und Lehrer zur Erinnerung an Euch,
den unverwechselbaren Abi-Jahrgang 1992.
Und nun viel Spaß bei den kommenden Feiern,
die ja als am besten vorbereiteter Teil der Prüfungskampagne kaum misslingen
dürften.
Dillenburg, im März 1992
- Dieter Scholz, Schuldirektor -
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